Kosten und Wirtschaftlichkeit

Erdwärmepumpe Kosten: was eine Erdwärmeheizung wirklich kostet

Der grösste Kostenblock einer Erdwärmeheizung ist nicht die Wärmepumpe, sondern die Bohrung, und genau dort lässt sich am meisten bewegen. Diese Seite schlüsselt die Kosten auf, mit Preisbeispielen nach Gebäudetyp und einem eigenen Abschnitt zu den Nachteilen.

Publiziert 20.08.26 · Letzte Überprüfung 20.08.26. Marktpreise und Fördersätze werden jährlich revidiert.

Was kostet eine Erdwärmepumpe inklusive Einbau?

Für ein Einfamilienhaus liegt die Gesamtinvestition typischerweise bei rund 25 000 bis 45 000 Euro beziehungsweise Franken. Sie verteilt sich auf vier Blöcke:

Sole-Wasser-Wärmepumpe

12 000 – 18 000

Gerät inklusive Speicher und Regelung

Bohrung inklusive Erdsonde

9 000 – 15 000

der Block, den der Bohrlochdurchmesser bestimmt, siehe unten

Installation und Hydraulik

4 000 – 8 000

Anbindung, Demontage der alten Heizung, Inbetriebnahme

Nebenkosten

1 000 – 3 000

Bewilligung, Elektroanschluss, Erdarbeiten

Marktwerte für die Region CH/DE/AT, Stand 08/26, keine separatus-Preisangaben. Schweizer Preise in Franken liegen typischerweise am oberen Rand der Spannen. Vor Abzug von Förderbeiträgen.

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Was kostet eine 100-m-Bohrung für Erdwärme?

Der Marktanker liegt bei 50 bis 100 Euro pro gebohrtem Meter. Eine 100-Meter-Bohrung kostet damit grob 5 000 bis 10 000 Euro, jeweils zuzüglich Sonde, Hinterfüllung und Anbindung ans Haus. Das ist ein Marktwert aus Branchenerhebungen, keine separatus-Preisangabe. Der tatsächliche Meterpreis hängt von Geologie, Region und Gerätegrösse ab.

Wie viele Meter es braucht, bestimmt der Wärmebedarf des Gebäudes: Ein Einfamilienhaus kommt oft mit einer oder zwei Sonden aus, ein Mehrfamilienhaus braucht ein Sondenfeld. Die Preisbeispiele weiter unten zeigen typische Grössenordnungen.

Woraus sich die Bohrkosten zusammensetzen

Bohrgerät und Mobilisierung, die gebohrten Meter, Sonde und Einbau, Hinterfüllung, Bewilligung. Der Hebel hinter fast allen Positionen ist derselbe: der Bohrlochdurchmesser bestimmt die Grösse des Bohrgeräts, und damit den Preis.

Die separatus-Splitpipe ist eine 51-mm-Sonde und kommt mit deutlich schmaleren Bohrlöchern aus als eine Doppel-U-Sonde mit ihren 132 mm. Das schlägt direkt auf die Kosten durch:

Bohrkosten

−15 %

108 mm statt 132 mm Bohrloch, mit heutigem Grossgerät, substanziiert

Gesamtkosten der Erdsondenanlage

−15 %

108 mm statt 132 mm Bohrloch

Ersparnis an der kompletten Heizungsanlage

5,4 %

dieselbe Bohrung, gerechnet auf die gesamte Investition inklusive Wärmepumpe, Speicher und Installation

Die 15 % gelten für die Erdsondenanlage, also Bohrung, Sonde, Hinterfüllung und Anbindung. Auf die gesamte Investition gerechnet, mit Wärmepumpe, Speicher und Installation, bleiben davon 5,4 %. Es ist dieselbe Ersparnis, nur auf zwei verschiedene Bezugsgrössen gerechnet.

Mehr zur Technik dahinter: die Splitpipe-Erdwärmesonde

Preisbeispiele

Preisbeispiele nach Gebäudetyp

Marktwerte, Stand 08/26, vor Förderabzug, keine separatus-Offerten. Bohrmeter abhängig von Geologie und Wärmebedarf; verbindlich ist die Auslegung durch den Bohrpartner.
Gebäudetyp Systemgrösse Bohrmeter (typisch) Heizungsanlage einschliesslich Wärmepumpe und Wärmequelle: Investition gesamt (CHFEUR)
Einfamilienhaus, Neubau ca. 6 kW ca. 150 m (1–2 Sonden) 28 000 – 38 000
Einfamilienhaus, Altbau mit Heizkörpern ca. 10 kW ca. 250 m (2 Sonden) 38 000 – 52 000
Mehrfamiliengebäude ca. 20 kW ca. 500 m (Sondenfeld) 70 000 – 95 000
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Was kostet Erdwärme monatlich?

Die Monatskosten bestimmt die Effizienz. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden, bei Erdwärme 4,6, bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe 3,1 (Feldmessungen der Fachhochschule OST).

Die Rechnung, offen gelegt

Beispiel: Einfamilienhaus mit 20 000 kWh Wärmebedarf pro Jahr, Strompreis 30 Cent beziehungsweise Rappen pro kWh (Marktannahme, Stand 08/26):

  • Erdwärme: 20 000 ÷ 4,6 ≈ 4 350 kWh Strom → rund 1 300 pro Jahr, gut 100 pro Monat
  • Luft-Wasser-WP: 20 000 ÷ 3,1 ≈ 6 450 kWh Strom → rund 1 950 pro Jahr, gut 160 pro Monat

Dazu kommt bei beiden Systemen der jährliche Unterhalt; die Erdsonde selbst ist wartungsfrei.

Über 25 Jahre gerechnet

Stromkosten aus der nebenstehenden Beispielrechnung hochgerechnet; Preissteigerungen nicht eingerechnet.
ErdwärmeLuft-Wasser-WP
Anschaffunghöher (Bohrung kommt dazu)tiefer
Strom, 25 Jahre≈ 33 000≈ 48 000
UnterhaltSonde wartungsfreiAusseneinheit ist Wetter und Verschleiss ausgesetzt
LebensdauerSonde überdauert die WärmepumpeGerät im Freien altert schneller
Vollkosten über die Nutzungsdauer7,6 % günstigerReferenz

Vollkosten-Wert: separatus-Kanon über 25 Jahre

Für wen lohnt sich eine Erdwärmepumpe?

Heizung ersetzen im Altbau

Öl oder Gas raus, Erdwärme rein, auch mit bestehenden Heizkörpern. Die schmale Bohrung passt zwischen Haus, Bäume und Terrasse: kein Gartenumbau, keine grosse Bohrfläche.

Neubau mit langem Horizont

Über die Nutzungsdauer fährt man mit Erdwärme günstiger als mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, und kühlt im Sommer passiv, ohne Klimagerät.

Kleines Grundstück

Wenig Platz war bisher das K.-o.-Kriterium. Mit dem 108-mm-Bohrloch der Splitpipe-Sonde (statt 132 mm konventionell) genügt ein kompaktes Bohrgerät ohne grosse Bohrfläche.

Welche Nachteile hat eine Erdwärmepumpe?

  • Höhere Anfangsinvestition. Die Bohrung kommt zum Gerätepreis dazu. Sie amortisiert sich über die tieferen Betriebskosten, aber erst über Jahre.
  • Örtliche Vorgaben prüfen. Ob Bewilligung, Anzeige oder weitere Nachweise nötig sind, hängt vom Standort ab. Der Bohrpartner klärt Anforderungen und Ablauf vor Baubeginn.
  • Nicht jedes Grundstück eignet sich. Es braucht Zugang für ein Bohrgerät, mit der schmalen Bohrung ein deutlich kleineres als früher, aber nicht keines.
  • Baustelle im Garten. Bohrtage, Gerät, Bohrgut. Bei 100 mm statt 132 mm Bohrloch fällt 43 % weniger Bohrgut an. Weniger, nicht nichts.
  • Geologie entscheidet mit. Meterpreis und Sondenlänge hängen vom Untergrund ab; verbindlich wird es erst mit der Auslegung des Bohrpartners.
  • Kühlung passend zum Gebäude planen. Neben Boden- oder Wandheizung können geeignete Gebläsekonvektoren (Fan Coils) eingesetzt werden. Bei vorhandenen Heizkörpern sind die Eignung, die mögliche Kühlleistung und der Tauwasserschutz im Einzelfall zu prüfen.

Kosten in Österreich

Die Investitionskosten liegen in Österreich in denselben Spannen wie oben. Der Unterschied liegt bei den Förderungen, die den Endpreis deutlich stärker drücken können. Bund und Länder fördern den Tausch fossiler Heizungen; die Sätze ändern jährlich und teils unterjährig (Details im Förderabschnitt unten).

Splitpipe-Sonden werden in Österreich über regionale Bohrpartner eingebaut; Bewilligungen richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht und dem Wasserrechtsgesetz.

Förderung

Förderbeiträge senken die Anfangsinvestition erheblich, ändern aber jährlich. Verbindlich ist immer die aktuelle Zusage der Förderstelle. Vor der Offerte prüfen, nicht danach.

Stand: 20.08.2026. Dieser Abschnitt wird jährlich überprüft

Schweiz

Kantonale Förderprogramme, koordiniert über das Gebäudeprogramm: Beiträge für den Ersatz fossiler Heizungen durch Wärmepumpen, in vielen Kantonen mit Zusatzbeitrag für Erdsonden. Zuständig ist der Kanton des Gebäudestandorts.

Deutschland

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Zuschüsse für den Heizungstausch auf Wärmepumpen, mit Bonus für Erdwärme als Wärmequelle; Bohrkosten zählen zu den förderfähigen Kosten. Antrag vor Auftragsvergabe stellen.

Österreich

Bundesförderung für den Kesseltausch («Raus aus Öl und Gas») plus Landesförderungen, kombinierbar. Budgets sind kontingentiert. Registrierung vor Projektstart sichert den Satz.

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